Panzerglas

diesen text habe ich vor ungefähr zwei jahren geschrieben. ich war eingemauert durch meine eigenen wahlen, ohne es zu bemerken. da gab es eine seite in mir, die laut schreien wollte, die ich aber nicht hörte und vor der ich angst hatte. heute vermute ich, dass es meine ältere schwester hannah war, die ich nicht an mich heranlassen wollte. sie sagte abscheuliche dinge zu mir, und das konnte ich nicht aushalten. ich beschäftigte mich lieber mit meinen eigenen selbstkonstruierten problemen.

Es ist als ob ich nichts, aber auch gar nichts kann. Alles löst sich auf, vor meinen Augen. Gerade war da noch etwas Zuversicht und Selbstliebe. Gerade konnte ich noch mit Menschen Spaß haben und so sein wie ich bin. Im nächsten Moment ist alles dahin. Ich fühle Druck von allen Seiten. Nichts macht Spaß. Ich kann nicht mehr so sein wie ich bin, weil das nicht genug ist. Es ist nie genug. Ich habe keinen Zugang zu meinen Wünschen und Träumen, denn ich bin es nicht wert. Ich habe es nicht verdient. Ich habe nur Verachtung und Schläge verdient. Ich bin klein und schwach. Sensibel. Die kleinsten Dinge sind eine riesige Anstrengung. Ich versinke in altbekannten Mustern, die mich langsam aber sicher nach unten auf den Boden ziehen und ich habe keine Kraft aufzustehen. Ich weine und kann nicht aufhören. Es tut weh. Ganz tief innen sitzt ein Troll in mir, der unzufrieden ist und meckert. Es ist wie eine Plage, die ich nicht loswerde. Ein schwarzer Hund, der mir auf Schritt und Tritt folgt.

Ich beneide alle Menschen, die auf der Straße an mir vorbeigehen, die ihr leben im Griff haben. So scheint es. Sie können Spaß haben, sie dürfen so sein wie sie sind. Vor allem: Sie dürfen einfach sein. Es ist so schwierig, mir dasselbe zu erlauben. Ich will nicht mehr. Ich weiß nicht, was ich will. Aber ich will einfach nicht mehr. Ich will mich verkriechen und irgendwohin verschwinden, wo mich keiner sieht, nicht mal ich. Ich kann mich nicht ausstehen. Ich bin ein Mensch, der nichts vollbringt. Ich sitze nur da und weine. Ich will nach Hilfe schreien, aber ich habe Angst, dass trotzdem niemand kommt um mir zu helfen. Dass ich allein gelassen werde.

Es gab Zeiten, da mochte ich mich. Da war ich draußen, habe mich vergnügt. Habe getanzt. Habe mich schön gefunden. Und meine Mitmenschen haben mich gemocht. Jetzt bin ich ein Wrack. Die Menschen um mich lügen mich an. Sie sagen, ich solle den Kopf nicht hängen lassen. Das Leben gehe weiter. Ich frage mich, wie es weitergehen soll. Ich sehe es nicht. Ich sehe eine schwarze Wand vor mir, und ich kann nicht dahinter sehen. Es erfüllt mich mit Angst. Ich bin klein und ohnmächtig. Das Leben geht nicht weiter, es zieht einfach ein mir vorbei. Ich sehe nur zu. Und sehe ein Person, die ganz viel macht, um sich besser zu fühlen. Sie geht aus, sie macht sich schön, mag sich. Ich kann diese Person sehen, wie sie tobt. Aber ich fühle sie nicht. Sie bewegt sich lautlos. Ihre Lippen bewegen sich, aber ich höre nichts. Sie schreit und will gesehen werden. Aber sie wird nicht wahrgenommen. Sie tut alles, was in ihrer Macht steht, um irgendjemand zu sein. Zwischen mir und ihr ist Panzerglas.

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1 Kommentar

  1. hannah

    JA DU HEULSUSE* IST DOCH KLAR DASS WENN ICH HINTER PANZERGLAS EINGESPERRT WERDE SCHREIE DASS MICH EINE PERSON RAUSLÄSST ODER NICHT???? GEHT NICHTMAL DAS IN DEINEN SCHMALEN SCHÄDEL REIN?!?!?!?
    echt unfassbar dass du diese vollkommen logischen zusammenhänge nicht kapierst. ursache, wirkung! HALLO???
    nochmal zum mitschreiben:
    URSACHE = EINGESPERRT
    WIRKUNG = PANIK

    boa ey blue!!!

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