ich habe hier berichtet, wie der kundinnenservice der DKB sich verhält in bezug auf anfragen, die die anrede betreffen. die DKB war derart blöd zu mir, dass ich bockig wurde und mir nichts anderes einfiel, als eben auch blöd zur DKB zu sein. nicht super blöd, aber ein bisschen. seitdem bekommt die DKB alle sechs tage von mir diesselbe mail mit meiner bitte, meine anrede entsprechend zu korrigieren. zusammen mit indizscreenshot mit der falschen anrede online sowie einer passkopie aus der hervorgeht, dass keine anrede auf mich zutrifft.

mir hat dann eine befreundinte person vorgeschlagen, mich doch konkret mich meinen wünschen bei der DKB zu melden (anstatt eine trotzige mailflut zu veranlassen). die idee gefiel mir. auf diese idee kam ich nicht selbst.

hier ist also die mail, mit meinem unmut und einer neuen bitte.

guten tag, die mail unten erreicht Sie grob alle sechs tage. leider habe ich bisher keine zufriedenstellende reaktion bekommen. der kundinnenservice hat sich teils bemüht und teils war der umgang unhöflich und unsensibel. ich wünsche einen rückruf von einer hierarchisch höher gestellten person, idealerweise von Stefan Unterlandstättner, Tilo Hacke, Thomas Jebsen, Alexander von Dobschütz, Jan Walther oder auch der teamleitung. als vorbereitung bitte ich die person, die mich anruft, diesen blogeintrag zu lesen: https://spurdasmal.de/de/2019/11/21/die-dkb-strengt-sich-an/ wir würden uns sehr freuen, wenn wir eine stellungnahme von der dkb bekommen könnten. es wäre schön, positiv über den kundinnenservice der dkb berichten zu können. meine leserinnenschaft würde das sicher auch zu schätzen wissen. ich würde mir wünschen, dass sich die dkb um die anliegen kümmert, dir mir als kundin wichtig sind. momentan bin ich sehr irritiert, dass so gar keine reaktion kommt. vielen dank fürs lesen und weiterleiten.

die gennanten namen der hierarchisch höher gestellten personen, sind aus dem impressum der DKB-webseite unter “vorstand” copygepastet. die antwort kam ziemlich prompt, ca. 2 stunden später.

Sehr geehrter Herr XXXXXX, vielen Dank für Ihre Nachricht und dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns Ihren Ärger zu schildern. Wir können verstehen, dass Sie verärgert sind, wenn etwas nicht wie gewünscht funktioniert. Ihre Kritik ist bei uns in den richtigen Händen. Selbstverständlich werden wir Ihr Anliegen umgehend prüfen und uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden. Die Prüfung kann manchmal leider etwas länger dauern. Dann erhalten Sie von uns selbstverständlich eine Zwischeninformation. Uns ist es wichtig, dass Sie schnell wieder zu unseren zufriedenen Kunden zählen. Mit freundlichen Grüßen Ihre DKBwir lagen erstmal 5 minuten lachend am boden. vor verzweiflung. sonst schreibt mich die DKB tatsächlich mit “guten tag hannah” an. aber in diesem fall ironischerweise nicht.

aber hey: im betreff steht “ihre nachricht {…} an den vorstand”. das überraschte mich. trotzdem hielt mich nichts davon ab, noch eine trotzige mail hinterherzuschicken in der ich den zustand moniere:

mein anliegen ist dahingehend, dass ich gerne – wie jede andere person auch – richtig angeschrieben werden möchte. es bräuchte m.e. etwas mehr sensibilität darüber, dass falsche anreden einen shitstorm auslösen können, wie bei jeder anderen person auch. ich wünsche keine anrede. wie Sie sich vorstellen können, ist es anstrengend, das immer wieder zu sagen, die situation zu schildern, geduldig sein mit personen, die das zum ersten mal hören und dann trotzdem immer wieder auf ignoranz zu stoßen.

ich äußerte auch die bitte, auch diese interaktion gleich mit an den vorstand weiterzuleiten. immerhin würde meine präferierte anrede abermals mit geringschätzung behandelt. die antwort darauf kam auch prompt.

Sehr geehrte Frau XXXXX, danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben uns zu kontaktieren. Gern bestätige ich Ihnen den Eingang Ihrer E-Mail. Ich habe Ihre Nachricht an die zuständigen Kollegen weitergeleitet. Diese werden Ihr Anliegen prüfen und sich in den nächsten Tagen bei Ihnen melden. Mit freundlichen Grüßenja, das ist die andere binärgeschlechtliche anrede. diesmal lag ich mindestens zehn minuten vor lauter genderwahn am boden.

ich habe folgenden eindruck:

(1) das hier scheint kein datenverarbeitungsproblem zu sein, sondern, wie oben geschrieben, fehlende sensibilität für anreden.

(2) der kundinnenservice arbeitet scheinbar unter zeitdruck, da meine mails nicht durchgelesen zu werden scheinen. die antwort ist oftmals eine zeitsparande standardantwort.

unser vorschlag von spürdasmal.de für die DKB und andere stellen, die mit vergeschlechtlichten anreden hantieren, ist das hier:

  • redet alle kundinnen mit “guten tag {vorname} {nachname} an”. gerne auch mit variation: moin, servus, griaßana wären denkbar.
  • falls eine geschlechtsangabe für statistikangelegenheiten erwünscht ist, kann diese bei kundinnen erfragt und intern gespeichert werden, unabhängig von einer etwaigen anrede.

(anm: die form kundinnen ist das generische femininum. wir benutze diese form und meinen dabei alle personen mit.)


liebe DKB!

ich lagere gerne mein geld bei Dir. ich wünsche mir, dass du zeit findest, Dich mit dem binären genderwahn, den Du beitreibst, außeinanderzusetzen. ich möchte Dir gerne beistehen und dabei helfen, dass Du einen vorbildcharakter bekommst dafür, was respektvoller umgang so bedeuten kann. ich möchte, dass Du vorreiterin wirst. vorreiterin darin, sensibilität zu entwickeln für die bedürfnisse der kundinnen und darin, über die beiden tellerränder der geschlechtlichkeit hinwegzublicken. wirst sehen, dass der teller weitaus mehr als zwei ränder hat. der teller ist nämlich rund.

liebe DKB, bitte fang erstmal in den eigenen reihen an. Deine mailsignatur enthält am ende immer “ihre” oder “ihr” + name der zuständigen person (jedenfalls habe ich noch keine anderen versionen gesehen). es könnte sein, dass es einige personen bei Dir gibt, denen das irgendwie unangenehm ist. oder? oder? aber nicht so unangenehm, dass sie sich trauen würden, das thema anzuschneiden. vergeschlechtlichung ist angst- und schambehaftet. es braucht mut und energie dazu. es löst beim gegenüber oft ein großes psychisches fragezeichen aus. und damit umzugehen ist nicht immer leicht.

liebe DKB, es liegt an Dir, die personen, die für Dich arbeiten, respektvoll zu behandeln.

diese grafik ist von Deiner homepage (https://www.dkb.de/groups/presse/videos-und-grafiken/) und zeigt alle beide geschlechter und deren verteilung. wie kommst Du zu diesem ergebnis? hast Du eine umfrage gemacht? hast Du dabei platz für andere antwortmöglichkeiten gelassen?

wenn personen gefragt werden, wie sich sich gendermäßig verorten und welche formen sie bevorzugen, dann entwickelt sich erst eine sensibliltät dafür. und auch das verständnis, dass formen wie “ihre” oder “ihr” und anreden tatsächlich persönlich erfragbar, wählbar und änderbar sind, wird größer.

das ist eigentlich schon alles. danke 🙂


UPDATE 23.1.2020

am 20.12.2019 habe ich eine antwort per e-mail erhalten. darüber berichte ich hier.