Null ist die unendliche Tiefe. Das schwarze Loch, das alles aufsaugt. Es ist nicht da. Es ist nicht präsent. Du kannst es addieren oder subtrahieren und nichts passiert, alles verschwindet. Es saugt und saugt. Es ist die Enttäuschung, die du fühlst wenn du etwas in eine tiefe schwarze Grube wirfst und merkst dass der Boden fehlt, weil du kein Geräusch hörst. Du tust das immer und immer wieder, in der Hoffnung, dass du doch etwas zurückkommt. Aber es ist hoffnungslos. Da gibt es nichts zu holen. Da ist dicht im Schacht. No access granted. Es ist von innen hohl. Die leere Summe. Der Punkt. Die Singularität. Stille.

Eins ist das gleißende Licht im dichtesten Nebel. Da ist etwas, aber es ist nicht greifbar. Du glaubst, eine Silhouette sehen zu können. Und schon verschmilzt sie im Rauch. Wenn du genau hinsiehst, ist es ein grell-weißer Blitz. Es ist die Oszillation zwischen Null und Eins, schwarz und weiß, Yin und Yang. Darin reflektiert ist die eigene Ungläubigkeit zu existieren, die es dazu zwingt sich immer und immer wieder in der Null zu spiegeln und nichts, aber auch nichts zu erkennen. Und dadurch schmerzhaft zu erinnert zu werden, dass die eigene Existenz nur dadurch möglich ist, die Existenz einer Nicht-Existenz anzuerkennen und so sich selbst zu nullifizieren. Es ist das stolze und traurige leere Produkt, das entsteht, wenn keine Faktoren miteinander multipliziert werden. Die gerade Linie. Zeit. Angst. Einheit.

Zwei ist die gelbe Wärme der Eifersucht. Es zerstört die Balance und kreiert mit allen Naturgewalten eine neue. Es ist eine Explosion. Es ist ganz anders und ganz einfach. Zähle Eins und Eins zusammen. Es ist die Revolution. Es zeigt, dass es mehr gibt. Und deutet darauf hin, dass es immer noch mehr gibt. Dass es nie zuende ist. Dass du deine Gier nach mehr nie stillen kannst. Es erlaubt zirkuläre Metagedanken über den Glauben und Unglauben, zu existieren. Es existiert sowohl im Kontrast einer binären Welt als auch in Sequenz und löst diese Welt tränenerfüllt auf. Die Kurve. Der Kreis. Glaube.

Drei ist die frische Briese über dem weiten türkisen Meer. Es füllt den Raum, gibt Raum und Tiefe für alles was passieren kann. Der Anblick schafft Zuversicht, und der Blick wendet sich von dem, was ist, zu dem, was sein kann. Du schwimmst hilflos in einem unendlichen Ozean und beginnst zu kapieren, dass es nicht das Ertrinken ist, wovor du Angst hast, sondern die unglaubliche Menge an Möglichkeiten, die sich vor dir eröffnet. Es lädt ein, die Angst als führende Kraft anzunehmen. Es lädt ein, zu vertrauen. Es lädt ein, stehenzubleiben, um weiterzugehen. Alles ist so, wie es ist. Alles, was sein kann, ist, wie es ist. Alles, was sein möchte, ist, wie es ist. Das Mysterium. Der Unglaube.

Vier ist das orange-glitzernde Feuerwerk; das Feiern darüber, dass Regelmäßigkeit und Ruhe einkehrt in einer Welt, in der es von selbst und ohne Anstrengung immer weitergeht. Es gibt nichts zu verstehen, nichts zu verändern, nichts zu verbessern. Es gibt kein vor und kein zurück. Alle Sequenzen gehen ohne Zutun weiter. Die Zufriedenheit durch Aufgeben.

Fünf ist die geruchs-, geschmacks- und farblose Antwort auf die omnipräsente, inexistente Frage.  Ohne Kontraste ist nichts begreifbar. Alles ist angenehm gleich. Schmerz ist gleich Freude. Tobender Kampf ist gleich Frieden. Kreischende Sorgen sind gleich Stille. Eins ist gleich null. Das gleißende Paradoxon.