personen sind dumm. alle auf ihre individuelle, kreativ-einfältige weise. hier berichte ich von einer person, auf die ich sehr wütend bin und deren ganz spezielle art von dummheit, die sich von meiner sehr unterscheidet, hier festgehalten werden soll.

die person ist so unglaublich privilegiert und hat selbst keinen schimmer davon. mit privilegiert meine ich nicht in einer job-machtposition oder politisch einflussreich oder in geld schwimmend. ich meine damit diese ganz fies-dumme pannormative arrogante getue; die tyrannin, der sich selbst für das opfer von minderheiten hält und auf keinen fall rassistisch ist. welches ausmaß von endo-cis-hetero-romanto-sexuell-paar-normativität da mit einhergeht ist nicht auszumalen. diese immense angst vor dem absturz in die unterschicht, die aber mit sozialsadistischer begeisterung im fernsehen verfolgt wird. dieser immense unterschwellige stolz darüber so eine tolerante person zu sein, die aus freien stücken allen armen menschen helfen darf. die überheblichkeit, zu denken sie hätten das recht gepachtet, andersartigkeit zu betiteln, zu beschmähen, klein zu machen, unsichtbar zu machen, wegzusperren für deren eigenes wohl, für deren sicherheit, um den willen, helfen zu wollen, weil es ist ja nicht so gemeint, du überreagierst doch, nein jeder darf doch sein wie er will, ich habe nichts falsch gemacht. in wirklichkeit alles nur, um in den eigenen durch hart erkämpfte arbeit erstandenen privilegpelzmäntelchen ruhig im sessel sitzen bleiben können. echt unglaublich, aber wahr!

in bezug auf meinen neuen personenstand fragt mich die person, ob ich jetzt inter* sei. dabei benutzt sïe ein binärgenderndes substantiv und eine medizinisch-diagnostisch anmutende wortwahl.

ich so: von intergeschlechtlichkeit ist weniger die rede. diversgeschlechtliche person meinst du wahrscheinlich. kannst du mich nicht vielleicht einfach als person bezeichnen?

person so: naja, jetzt habe ich schon so viel mühe gegeben um mich auf deinen neuen namen einzustellen. das mit dem es ist mir gerade zu viel.

ich denk mir so; diese person wird mich bis an ïhr oder sogar über mein lebensende hinweg falsch bezeichnen, aber ok.

ich so: ok also ich hab mir da so:n spiel ausgedacht. ich werde alle personen, die sich räumlich rechts von mir befinden als er bezeichnen und alle die links sind als sie. sonst ändert sich nichts. die person zwischen links und rechts bezeichne ich wie immer als du. die person die gerade spricht als ich.

stille.

person nach ner weile so: also das find ich jetzt komisch. du möchtest als es gesehen werden und aber machst dann gleichzeitig solche komischen spiele.

ich so: was ist daran komisch? du spielst dein spiel mit pronomen und ich spiel meins.

person voll empört so: na was ist wenn jemand nicht so bezeichnet werden möchte? du nimmst dir ja schon was raus.

mir schießen tausend gedanken durch den kopf. was wenn eine person nicht so bezeichnet werden möchte wie ich sïe bezeichne? ich lachweine innerlich. der genderwahn ist komplett.

ich bin so perplex, dass ich keine antwort finde. diese art von dummheit ist mir neu. dieses dumpfe körpergefühl ist mir neu; so ein gemisch aus glühenden kohlen im magen mit explosivem gas das ganz knapp darüber schwebt. damit kann ich nicht umgehen, weil sonst was krasses passiert, wenn ich nicht deeskaliere.

das wäre schon ziemlich krass wenn ich im rahmen meines links:sie-rechts:er-spiels von einer person erwarten würde, dass sïe sich doch bitte nach links oder rechts umsetze, wenn ïhr meine betitelung  als sie oder er nicht passt. am besten wärs noch dass sïe sich vorher noch rechtfertigen soll, warum es ïhr so wichtig ist, dass sïe sich unbedingt umsetzen möchte. um es ganz absurd zu machen, wär ich dafür, dass noch zwei personen hinzugezogen werden, die jeweils ein gutachten schreiben, ob das mit dem umsetzen wirklich so eine gute idee ist.

ausnahmen. ich würde eine ausnahme machen in meinem spiel. das ist doch selbstverständlich.

es gibt personen, die sich zu schade dafür sind, ausnahmen zu machen. geschweige denn sich einzugestehen, dass ïhr spiel und mein spiel eben zwei arten von spielen sind. nur das eine ist eben sehr gewaltvoll und ernst und verbittert, und es wird schon sehr sehr lange gespielt. so lange und sooft dass es nicht mehr als solches wahrnehmbar ist, sondern als wahrheit, realität, so ist das eben, das war immer schon so, sagt die wissenschaft auch. die wissenschaft, die genauso grau, ernst, kämpferisch daherkommt, mit all ihren scharfen urteilen und endlosem kategorisieren von andersartigkeiten, sie zu betiteln, sie zur schau zu stellen, zu erforschen, zu zerlegen, sie von kopf bis fuß für den wissensgewinn zu objektifizieren.

es tut mir so unglaublich weh, mich da reinzudenken. es fällt mir schwer, mitgefühl zu entwickeln mit einer person, die keins hat. natürlich mache ich eine ausnahme. es ist ja nur ein spiel.

diese dumme person steht mir sehr nahe. wir haben viele episoden miteinander und ohneeinander durch. es war immer wieder ein neues darauf einlassen. ich bin tief von dieser dummen person geprägt. die dummheit ist mir nicht egal; sie berührt mich. ich erkenne sie wieder und ich erinnere mich.