Die Welt bricht zusammen. Und es gibt nichts, was sie retten kann. Der Ekel und der Unmut liegen schlafend im Bett. Sie wollen aber noch nicht aufstehen. Es ist Zeit. Es ist schon längst Zeit.

Als ich klein war, war es verboten, Gefühle zu haben. Eigene Gefühle, vorallem. Sobald ich eigene Gefühle hatte, stürzte eine Naturgewalt auf mich ein. Ein Sturm, ein Taifun, ein Klavier. Irgendwas. Es war unmöglich, Dinge so zu sehen, wie ich sie sehe.

Heute ist das ähnlich. Wenn ich Spaß habe, habe ich gleichzeitig ein schlechtes Gewisen, weil ich Angst habe, dass mich gleich ein Amboss erschlägt. Oder eine maskierte Person mir von hinten einen Baseballschläger über die Rübe zieht. Das sind alles denkbare und sehr ernstzunehmende Gefahren.

Jetzt war ich wieder einmal zu sehr ich. Habe mich verloren in dem was ich bin und was mich ausmacht. Ich habe nachts den Sternen beim Funkeln zugesehen. Und bin auf Baumwipfel geklettert um den Wind zu spüren. Habe meine Finger in der Erde vergraben und mir vorgestellt, wie es ist, als Regenwurm zu leben. Jetzt kommt die Rechnung dafür: Die Welt bricht zusammen. Und es gibt nichts, was sie retten kann. Der Ekel und der Unmut liegen schlafend im Bett. Sie wollen aber noch nicht aufstehen. Es ist Zeit. Es ist schon längst Zeit.