sex_haben ist nicht sexualität, sondern die scham davor.
die scham ist nicht peinlich; ist genau dasselbe wie sex_haben.
zusammen allein sex_haben ist: an einem gespräch teilnehmen und nicht davon betroffen sein, weil das gespräch von sich aus stattfindet.

fantasien streichen umher wie unbegrenzte sich reflektierende lichtstrahlen. der eingang zur hölle an dessen unergründlichen tiefen sich die waldfee am kopfkissen zwischen die beine reibt und nicht ablassen kann von dem immer gleich bleibendem anderen der sich lächelnd die finger ableckt und ihre gegenseitige scham sich spiegelt im gehäuse des immer wieder wollens. weiß rauch-staubende glasriegel verriegeln was unverriegelbartenderly kiss me sich heben und sich senken in der leichten briese windstille kein getobe nur behände prüfungen stehen im moos wo das feine bächlein sich furcht vor dem unbekannten aber wohligem alkoholischem profanem vernehmem wahrnehmem.

da seiest Du. Du seist so real, dass Du durchlässig transparent seist. in Deiner präsenz fühle es einfach wie es selbst. Du seist wie eine superdroge, in der es die gefühle in zeitlupe und glasklar wahrnehmen könne. so real seist Du.

es schäme sich nicht vor Dir, weil es sich die ganze zeit vor Dir schäme. es sei das gefühl, eine schuld zu spüren, die immer wieder verziehen werde. die schuld und das verzeihen geschehen gleichzeitig durch eine unsichtbare hand. so sei alles, was Du und es tuet und nicht tuet mit einem grundlegenden wohlwollen bedeckt.

weil es sich vor Dir nicht_immer schäme, spreche scham schamlos vom sex_haben: die scham über eigene körperempfindungen mit den genitalien als empfindungszentrum. es schäme sich für die scham, was sex_haben grundlegend bedeute. sex_haben sei anzüglich, deswegen sexy. sex_haben_fantasien seien auch anzüglich, sowohl ihr inhalt, als auch das erzählen_über.

sex_haben existiere nur gänzlich zusammen mit Dir und in vollkommener abgeschiedenheit von Dir, weil es sich vor Dir nicht_immer schäme. zusammen mit Dir sex_haben bedeutet, dass es sich ausziehe und nackt mache. wenn es kalt ist, dann nehme es vielleicht eine wolldecke um die schultern und ein sitzkissen unter den po. sex_haben bedeutet, dass die hände sich genital berühren im berührtsein der eigenen pein gegnüber Dir. ganz und gänzlich zu versinken in der pein, in der intimsten intimsphäre, wo haare sich kräuseln, spielend gesehen zu werden.

es schäme sich zu grund und boden. aber Dir sei es gleichgültig, was es tue. Du tuest nichts außer zuzusehen. ganz allein und für Dich_sich. Du siehest wie es sex habe. Du siehest nicht, dass es sex habe. Du siehest nur hände, genital, kondom, gleitgel. Du hörest knisterndes, glitschiges und hörest einatmen, ausatmen. Du siehest mal schnellere und mal langsamere bewegungen. Du siehest ein verzerrtes und zufriedenes gesicht. Du riechest den körper und latex. Du siehest das becken sich heben und senken. Du siehest, hörest, riechest, nehmest ganz wahr und spürest die genitalen berührungen, mal sanft, mal fest, durch es hindurch.

Du tuest nichts. Du denkest, findest, assoziierest. und tuest nichts, sondern beobachtest einfach. es sei als ob Du nichts sähest, hörtest, röchest, spürtest. Du lassest alles sein und nehmest alles wahr, so wie es ist. das genitale anschwillen und abflachen, so wie es ist. die finger, die gekonnt betasten. das glänzen und glitzern von mal glattem, mal geriffeltem latex. alles so, wie es ist.

die scham sinke ein und mache es sich gemütlich. die scham vor Deinen augen und ohren auslaufen lassen, in den ganzen raum in dem Ihr seiet, in die ganze zeit in der Ihr seiet. blicke seien nicht einfach blicke. blicke erleben. das ist intimstes-angesehen-werden, in dem das ansehen nichts tue und deswegen das wichtigste sei in dieser tätigkeit sex_haben.

dass Du Dich unberührt zeigest, ist, dass es unberührt von sich selbst befriedigenderweise sei. das, was sich da beschämt nonverbal in sich selbst versunken genital kurzgeschlossen rekelnde, das sei es. selbst_befriedigen gehe einzig in relation zu dem was nicht selbst sei. sex_haben habe nichts mit nacktheit, nichts mit genitalien, nichts mit rhythmischen bewegungen zu tun. sex_haben ist das nackt_werden, das bloß_sein in gewöhnter atmosphäre, wo der takt des schwingens sich selbst bestimme.

zoologischer eden wo leichte windelwendungen erektil gleitende behände zart zwetschgen und pelvisch mit feuchter durch scham gegossene zunge spricht und vokaliversiert beschaut was bloß los sei was bloß da liegt und waldvögeln zulauscht im moos und gewächs versunken in den leeren himmel blickt schamvoll eingehüllte latext zwischen den zeilen lesen und erkenne Dich.

sex_haben könne es nicht festmachen, nicht definieren in weder worten noch taten, und es könne sex_haben nicht zwei mal machen. es sei in jedem springen ins dunkle, einsame, unbekannte, siebenundzwanzig ein neues gefühlsgetöse das im moment so intensiv daherschaukelt und alles sein bedecke, und das im großen und ganzen nichts bedeute, weil sex_haben nirgends hin wolle und der sprung ohnehin im fall begriffen sei.

im gemeinsamen fallen treffet Ihr Euch. im gegenseitigen aufeinander_einlassen einander hineinlassen. nicht durch semiotik, sondern durch den widerwillen der freiwillig “ja” schreie und springe und sich selbst freiwillig fallenlasse und aufgebe.