Ich habe dich so lieb!
Auf dem Lyrikpfad auf dem Knivsberg ist mir vor einiger Zeit ein Gedicht begegnet, das mich angesprochen hat. Es ist von Joachim Ringelnatz (1883-1934) und verfasst wurde es im Jahre 1928, vor nunmehr 97 Jahren. Ich habe das Gedicht später in einem Buch gefunden. Hier nun das Gedicht.

(Aus “Die Gedichte von Joachim Ringelnatz”, herausgegeben von Fritz & Katinka Eycken mit Jakob Winter, erschienen 2017 im Haffmans Verlag)
Das Gedicht resoniert mit mir, weil es von einer tief sitzende Trauer erzählt und dieses Gefühl mit einem herzlichen Humor verbindet. Auch in meinem Leben existiert ein Mensch, den ich so lieb habe, dass ich ihm ohne Bedenken, eine Kachel aus meinem Ofen schenken würde. Der Ofen, das ist der gemütliche Ort in der Stube, der Wärme schenkt. Und eine Kachel daraus, die womöglich noch warm ist, das wäre doch ein wunderbares Geschenk an diesen Menschen.
Diese Trauer. Tief sitzt sie, und sie rührt immer wieder von Neuem zu Tränen, dass es keinen Ausweg gibt, außer abzuschweifen zu Eisenbahnen und Reisen, aber vergessen kann ich sie nie.
Tatsache ist, dass die Zeit vergeht, mit oder ohne Zutun. Ob wir uns entscheiden oder nicht, das Leben geht von sich aus vorbei. Ob Hund oder Mensch.
Ungeachtet all dessen kann auch ich nur wiederholen: “Ich habe dich so lieb.”
Das war immer so.
Das wird immer so sein.
